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Redaktion: Detail

Mit dem E-Roller zum Arbeitsplatz

Hochschule Biberach entwickelt nachhaltiges Mobilitätskonzept für das Gesundheitszentrum Federsee

Mit dem E-Roller zum Arbeitsplatz

Die Hochschule Biberach (HBC) verfolgt die Vision eines klimaneutralen Campus bis 2040. In verschiedenen Projekten erforscht sie bereits heute verschiedene Möglichkeiten, dieses Ziel zu erreichen. Ein Teilprojekt ist „Move.Transfer“, das Wege einer  nachhaltigen Mobilität erforscht. Die Ergebnisse daraus sollen auch Unternehmen aus der Region zur Verfügung gestellt werden. Als zweitgrößter Arbeitsgeber von Bad Buchau und als ein Unternehmen, das direkt am Naturschutzgebiet liegt, beschäftigt sich das Gesundheitszentrum Federsee intensiv mit den Möglichkeiten einer nachhaltigeren Mobilitätsgestaltung.

Seit rund einem Jahr stehen den Mitgliedern der Hochschule Biberach Elektro-Roller der Flotte „HBC.Move“ zu Verfügung. Mit diesem Projekt, das Professor Alexander Floß aus dem Studiengang Energie-Ingenieurwesen ins Leben gerufen hat, testet die HBC zunächst, wie das Mobilitätsverhalten der eigenen Hochschulmitglieder nachhaltig verändert werden kann.  Die Ergebnisse und Lösungswege sollen bewusst auch auf interessierte Unternehmen der Region transferiert werden.

Das Gesundheitszentrum Federsee begrüßt das Forschungsprojekt der Hochschule Biberach und beteiligt sich intensiv an den Gestaltungsmöglichkeiten der praktischen Umsetzung der Ergebnisse; bereits seit vielen Jahren bestehen intensive Kontakte zwischen der Klinik und dem Biberacher Studiengang Energie-Ingenieurwesen. Das Unternehmen beschäftigt rund 650 Mitarbeiter in den unterschiedlichen Unternehmensbereichen der Gesundheitsbranche. Darunter fallen die beiden Rehabilitationseinrichtungen Federseeklinik und Schlossklinik, die Adelindis Therme und das angeschlossene Thermenhotel. Pro Jahr werden allein in den Rehakliniken über 10.000 Patienten behandelt. Das bedeutet, dass das Gesundheitszentrum in Bad Buchau Ziel für eine große Anzahl an Pendlern und Gästen ist. Laut statistischem Bundesamt pendeln täglich rund 1800 Arbeitnehmer in die Stadt. Das Projekt zeigt nun, dass allein rund 390 Mitarbeiter des Gesundheitszentrums den Arbeitsplatz mit dem eigenen PKW aufsuchen. Gleichzeitig ist der Parkplatzbestand in Bad Buchau begrenzt. Das Gesundheitszentrum Federsee positioniert sich im Sinne der Umwelt klar für einen geringen Parkplatzverbrauch und die Vermeidung von Flächenversiegelung rund um den Gesundheitscampus. Diese Zielsetzung gilt es, in Einklang mit der hohen Zahl an anreisenden Mitarbeitern und Gästen zu bringen.

Das Projekt „Move.Transfer“ ermöglicht dem Gesundheitszentrum Federsee genau das. Die Konzeptentwicklung der Hochschule legt den Fokus auf platzsparende und elektrisch betriebene Roller. In einer Testwoche konnten Mitarbeiter die Flotte der Hochschule bereits testen und zeigten sich sehr zufrieden. Die Geschäftsführung plant verschiedene Anreize und Rahmenbedingungen zur Nutzung der Elektroroller zu schaffen. Nach dem Abschluss des Projekts sollen kliniknah kostenfreie Abstell- und Lademöglichkeiten für Mitarbeiter geschaffen werden. Auch bei der Finanzierung plant das Unternehmen ein Modell zu erarbeiten, das den Mitarbeitern eine vergünstige Finanzierung ermöglichen soll. Dieses soll an das bereits bestehende Angebot des sogenannten Jobrads angelehnt sein.

Für Professor Floß und seine Studierenden stellte die Testwoche in Bad Buchau einen wichtigen Transfer dar, aus dem die angehenden Energie-Ingenieure Daten für ihr Gesamtprojekt gewinnen konnten. Die Studierenden Naemi Maile (22), Max Koziol (24) und Metehan Kabasakal (23) waren für die Bewerbung der Roller-Flotte unter den MitarbeiterInnen zuständig, ebenso wie für die Bereitstellung und den Verleih. In einer Befragung erhoben die Studierenden aus dem sechsten Semester darüber hinaus Informationen über die Motivation der Tester und die Bereitschaft, auf Elektro-Mobilität zu wechseln. Auch wenn sich insgesamt wenig MitarbeiterInnen für die Probefahrt angemeldet haben, so ist die Begeisterung derer, die die Roller ausprobiert haben, sehr hoch: 93% der Testfahrer können sich vorstellen, künftig mit einem E-JobRoller zum Gesundheitszentrum Federsee zu pendeln. „Die Fahrt macht Spaß und die Parkplatzsuche ist völlig unproblematisch“, fasst Naemi Maile das Ergebnis zusammen.

„Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Hochschule für die Möglichkeit hier mitwirken zu können. Klasse ist es, dass hier ein wissenschaftliches Projekt im Bereich von Nachhaltigkeit direkt auf die Praxis übertragen wird und wir aktiv zum Umweltschutz beitragen können“, so Walter Hummler, Geschäftsführer des Gesundheitszentrums Federsee. Gerade durch die unmittelbare Lage an einem der größten Naturschutzgebiete Europas ist man sich dem Standortvorteil einer intakten Natur besonders bewusst. Gerade auch bei der Wasserreinigung wird in der Adelindis Therme bereits seit Jahren auf möglichst umweltverträgliche Methoden gesetzt, darunter zum Beispiel mit Anolyte. Das Bewegungsbad wird damit bereits seit 2013 chlorfrei desinfiziert. Ziel des Unternehmens ist langfristig die Umstellung auf komplett chlorfreie und damit umweltverträglichere und gefahrlosere Reinigungsmethoden in allen Wasserbecken. Bessere Haut- und Augenverträglichkeiten sowie eine „geruchslose“ Badebekleidung sind erwünschte Nebeneffekte.

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