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Redaktion: Detail

Zwei städtebauliche Gesamtkonzepte für den Bad Buchauer Schlossplatz werden weiterverfolgt

Großes Interesse hatten die Bad Buchauer Bürger und die Mitarbeiter des Gesundheitszentrums Federsee an den weiteren Entwicklungen auf dem Schlossplatz-Areal. Juryvertreter aus der Mehrfachbeauftragung für die zukünftige Gestaltung des Platzes haben fünf eingereichte Modellvorschläge präsentiert und standen im Anschluss der Öffentlichkeit Rede und Antwort. Zwei Modelle für das städtebauliche Gesamtkonzept wurden favorisiert und sollen in den kommenden Monaten weiterverfolgt werden.

Zahlreiche Interessierte haben von der Möglichkeit Gebrauch gemacht sich über die aktuellen Entwicklungen rund um den Schlossplatz in Bad Buchau zu informieren. Walter Hummler, Geschäftsführer des Gesundheitszentrums Federsee, erläuterte die Planungen für das Schlossplatz-Areal in einem vollgefüllten „Foyer Tiefenbach“ im Kurzentrum. Mit dem Kauf des Schlossplatzes hat sich das Gesundheitszentrum Federsee, mit der Federseeklinik und der Schlossklinik, mögliche Optionen für eine Weiterentwicklung des Gesundheits- und Rehastandorts Bad Buchau auf dieser Fläche offen gehalten. Im Januar 2019 hatten dann die Stadt Bad Buchau und das Gesundheitszentrum eine Mehrfachbeauftragung für Architekturbüros ausgelobt, die ein städtebauliches Gesamtkonzept für das Gelände zwischen Schlossklinik, Rathaus und Progymnasium vorsehen soll. Teil dieses Konzepts sollte ein Ergänzungsgebäude zur bestehenden Rehabilitationsklinik, der Schlossklinik Bad Buchau, sein, das mit dem Hauptgebäude verbunden ist. Auch die Zielsetzung sei laut Walter Hummler klar: „Am Ende muss ein wirtschaftlich funktionierendes Klinikgebäude gebaut werden können“.

Stadtplaner und Jurymitglied Clemens Künster, der die Stadt Bad Buchau baurechtlich und städteplanerisch schon länger betreut und damit bestens kennt, erläuterte die Stationen und das Verfahren auf dem Weg hin zur Modellpräsentation. Alle Entwürfe wurden anonym eingereicht, sodass die Preisrichter die Modellvorschläge komplett unabhängig von den Namen der Architekturbüros einordnen konnten. Die Bewertung erfolgte in einer Jury, die aus Bürgermeister Peter Diesch, Vertretern des Stadtrats, Walter Hummler und Guido Klaiber seitens der Moor-Heilbad Buchau gGmbH, Vertretern der Architektenkammer und des Landesamts für Denkmalpflege, sowie den Herren Steiner, Kienzle und Biler als Gesellschaftsmitglieder der Moor-Heilbad Buchau gGmbH.

Insgesamt wurden fünf Modellvorschläge von Architekturbüros eingereicht, alle auf hohem fachlichem Niveau. Nach einer knapp siebenstündigen Entscheidungsfindung konnte sich die Jury einstimmig auf zwei Modellvorschläge einigen, die weiterverfolgt werden sollen.

Das von Herrn Künster bezeichnete Modell „Schenkel“ der Schaudt Architekten GmbH aus Konstanz überzeugte durch klare Formen, sowie eine fließende und öffnende Portalsituation zur Schlossklinik hin. Mit einem parallel zum Rathaus verlaufenden Gebäudeschenkel fügt sich das Modell klar in das Gesamtgefüge ein. Durch die Schaffung eines rückwärtigen Bereichs, der durch das Gebäude von der Straße abgeschirmt ist, würde auch eine ruhige Außenfläche geschaffen werden. Durch eine geringe Zimmergröße und relativ kurze Wege sei eine sehr wirtschaftliche Umsetzung gewährleistet. Die Verbindung zur Schlossklinik ist durch einen unterirdischen Verbindungsgang geplant. Lediglich die Geschosshöhe war etwas geringer als angefragt und das vorgeschlagene Satteldach sei hinsichtlich der Nutzungsmöglichkeiten eingeschränkt.

Der zweite favorisierte Vorschlag wurde vom Architekturbüro, der S + P Dinkel Architektur GmbH aus Gilching eingereicht. Von Herrn Künster wurde der Vorschlag als Modell „Z“ bezeichnet, da sich die Anordnung verschiedener Gebäudeteile der Form des Buchstabens ähneln. Laut Künster gingen die Architekten hier ganz besonders vor. Aus der Gliederung der Räume und Organisationsstrukturen wurde die Gebäudeanordnung in „Z-Form“ abgeleitet. Als Pluspunkt besteht bei diesem Raumkonzept die Möglichkeit, zwischen Rathaus und Erweiterungsbau, einen Rathausplatz zu schaffen. Als zusätzliche Optionen hält der Entwurf eine Tiefgarage sowie einen unterirdischen Verbindungsgang zur Schlossklinik vor.

In der anschließenden Fragerunde der Interessierten wurde herausgestellt, dass unabhängig vom Modell, eine Feuerwehrzufahrt sowie eine unveränderte Zufahrtsmöglichkeit zur Stiftskirche immer gewährleistet sein muss. Die Blickrichtung zur Kirche, seitens der Stadtmitte, wird aus Gründen des Denkmalschutzes eine besondere Beachtung geschenkt.

Auch den weiteren Zeitfahrplan hat Geschäftsführer Walter Hummler der Öffentlichkeit vorgestellt. Die beiden favorisierten Vorschläge sollen im nächsten Schritt von den Architekturbüros weiter ausformuliert werden. Bis in den Spätherbst sollen der Moor-Heilbad Buchau gGmbH detaillierte Grundrisse und Kostenvoranschläge zur weiteren Entscheidungsfindung vorliegen. Gegen Ende des Jahres soll eine Entscheidung vorliegen, welcher Vorschlag weiter vorangetrieben wird. Hummler erklärte: „Natürlich möchten wir, dass wir mittelfristig in die Umsetzung gehen können. Der Markt im Bereich der neurologischen Reha gäbe uns jeden Grund dazu. Klar ist aber auch, dass ein solch großes Projekt ausführliche baurechtliche Vorbereitungszeit bedarf. Eine Fertigstellung vor 2023 ist sicher nicht realistisch.“

  • Modell Schenkel

  • Modell Z

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